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Kinder-Kieferorthopädie
 Zwei von drei Kindern müssen heute kieferorthopädisch behandelt werden, weil Zahnfehlstellungen vorliegen. Nur etwa jede 5. Kieferfehlentwicklung
ist genetisch bedingt. Viel häufiger spielen ungünstige Angewohnheiten
eine Rolle. Dazu gehören zum Beispiel eine falsche Atmung (Mund-
statt Nasenatmung), unkorrekte Zungenlage mit falschem Schluckverhalten,
Zähneknirschen sowie Lutschen (Daumen oder Nuckel) und Saugen
an Wange und Lippe.
Die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes hängt
nicht zuletzt auch von der Entwicklung des Mundraums ab. Der Mund ist
ständig mitten im Geschehen, auch dann, wenn nicht gekaut, geschluckt
oder gesprochen wird. Er bekundet Emotionen wie Zorn, Trauer, Angst,
Erstaunen oder Freude. Der Mund ist zwar nicht alles, aber ohne den
Mund ist alles nichts.
Zahn- und Kieferfehlstellungen können Hinweise auf gesundheitliche
Probleme geben, die weitaus gravierender sind als ein paar krumme Zähne.
Eine ganzheitlich ausgerichtete Kieferorthopädie darf daher nicht
nur die Stellung der Zähne im Blick haben, sondern muss ihr Augenmerk
auch und vor allem auf die Funktion des Kauorgans legen.
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